Verfasst von: RHS | Sonntag, 3. Mai 2009

Wikipedia – Nutzungswarnungen behindern aktive Teilnahme

Wir ziehen um: http://www.noosphaere.de/

 

Es ist sicherlich kein Fehler, über die Besonderheiten der Wikipedia zu informieren …

Schließlich feierte die deutschsprachige Wikipedia im März 2009 ihren 8. Geburtstag und ist damit keine besonders betagte und in die Wissenskultur integrierte Enzyklopädie.

Es ist sicherlich auch kein Fehler, in bestimmtem Umfeld vor deren Nutzung zu warnen oder sie gar zu verbieten …

In wissenschaftlichen Arbeiten hat ein Zitat aus einem Wikipedia-Lemma nur dann etwas verloren, wenn die Arbeit Inhalte oder Funktionen der Wikipedia selbst zum Inhalt hat. Doch schon das Zitieren von Print-Enzyklopädien sollte in derlei Arbeiten wohl überdacht sein.

Es ist aber ein Fehler, zu verhindern, dass man sich an der Wikipedia beteiligt!

Und genau das scheint laut dem Endbericht der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) vom April 2009 ‚Heranwachsen mit dem Social Web. Zur Rolle von Web 2.0 -Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen‘ schleichend zu geschehen.

Die Wikipedia schließlich wird nahezu ausschließlich rezipierend verwendet. Aktive
Teilhabe über das Verfassen oder Verbessern von Einträgen bleibt weniger aufgrund
von technischen Hürden aus, sondern weil Anmutung und Leitbild den Eindruck
vermitteln, dass es sich um ein thematisch umfassendes Lexikon handelt, das von
Menschen mit spezialisiertem Wissen bereit gestellt wird. Paradoxerweise wirkt
noch verstärkend, dass in (Hoch-)Schulen auf die mangelhafte, zumindest kritisch zu
hinterfragende Qualität der Beiträge verwiesen wird und somit ein weiterer Anreiz
für die aktive Teilhabe entfällt.
Heranwachsen mit dem Social Web. Zur Rolle von Web 2.0 -Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Endbericht der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). April 2009,  S. 12.

Es ist leider ein Umstand, so paradox er auch anmuten mag, dass die Warnung vor schlechter Qualität, dazu beiträgt, dass man sich junge Menschen gehemmt fühlen, an der Verbesserung der Wikipedia mitzuwirken.

Die Dynamik eines Projektes wie es die Wikipedia darstellt ist nicht stets gleich bleibend. Offenbar haben wir es nun mit einem Stadium zu tun, dass die Wikipedia zu einer Stagnation führen könnte, wenn die heranwachsende Generation (ich möchte sie bewüsst nicht digital natives nennen!) nicht in neuer Art und Weise an das Projekt herangeführt würde.

So plant Wikimedia Deutschland die Schulung von Schülern in der aktiven Nutzung der Wikipedia. Nun ist es also nicht mehr nur wichtig, die Qualität der Inhalte zu sichern, sondern auch die Motivation der Wikipedia-Autoren zu unterstützen. Kein leichtes Unterfangen, an dessen Erfolg die Zukunft des Enzyklopädie-Projekts hängt.


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