Verfasst von: interretiatus | Samstag, 28. Juli 2012

Zuwachs an Wissen? … Wissensgesellschaft? Enttäuschende Ansichten

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Am 27.7.12 erschien in der netzwelt ein Artikel mit der Überschrift “Kommentar: Der Mythos von der Wissensgesellschaft” und da mich der Begriff ‘Wissensgesellschaft’ schon seit langem ärgert, hoffte ich, hier einen “Bruder im Geiste” zu finden, doch es war mal wieder nur die halbe Wahrheit (sofern überhaupt irgend jemand über diese verfügen sollte).

Es stellt sich die Frage, welchen Zweck es hat, eine ganze Gesellschaft, wobei selten differenziert wird, ob es sich dabei um die eigene nationale Gesellschaft, die Gesellschaft der sog. westlichen Zivilisation oder die gesamte ‘Weltgesellschaft’ handelt, mit einem einzigen Begriff zu kategorisieren.
Sicherlich steht diese Form der Bezeichnung in einer langen Tradition, die die Gesellschaft (welche?) in eine Agrargesellschaft, Industriegesellschaft, Dienstleistungsgesellschaft oder Informationsgesellschaft gemäß ihrer dominanten Wirtschaftskraft einteilt. Die Landwirtschaft, die Industrie oder auch den Dienstleistungssektor als herausragenden Wirtschaftsmotor zu einer Gesellschaft hinzuzuordnen leuchtet noch ein. Welchen Nutzen aber hat die Fokussierung auf ‘Information’ oder gar ‘Wissen’? Dass Information schon immer zur menschlichen Kultur bzw. zum Dasein des Menschen gehört, ist trivial und zu selbstverständlich, um eine Gesellschaft danach zu bezeichnen, wenngleich Information durchaus als zu handelndes Gut angesehen werden kann. Aber Wissen kann nicht gehandelt werden, da es seinen Träger (das menschliche Gehirn) nicht verlassen kann. Es kann lediglich zu vermitteln versucht werden, um dann beim Adressaten durch Appropriation wiederum in Wissen umgewandelt zu werden.

Gelinde gesagt ist der Begriff ‘Wissensgesellschaft’ eine reine Worthülse, die vor allem dazu dient, der Politik und den Medien, wobei es sich hierbei eigentlich immer um mehr oder minder intelligente Vertreter der jeweiligen Instanz handeln sollte, ein scheinbar reales und von jedem irgendwie verstandenes Phänomen-Vehikel zu liefern, mit dessen Hilfe beliebige Meinungen und Ansichten transportiert werden können.

Neben der Sinnfreiheit des Begriffes an sich, zurück zum Netzwelt-Artikel: Wie so oft werden hier die Begriffe ‘Wissen’, ‘Information’ und ‘Daten’ wild durcheinander geworfen und in diesem Fall einfach unter ‘Wissen’ subsumiert.

Wenn ein Bild eine höhere Auflösung hat, wird gerne von höherem Informationsgehalt gesprochen, was fraglich ist, denn im Grunde handelt es sich dabei um ungeordnete Daten einzelner Pixel, die sich höchstens im Kontext des Bildes selbst zur Information mausern kann, sicherlich aber nicht zu einem wie auch immer gearteten Wissen.

Die auch in diesem Artikel wiedergekäute scheinbar immer schneller vonstatten gehende “Verdoppelung des Wissens” handelt im Grunde lediglich von der “Verdoppelung der Daten” in einigen Fällen von der “Verdoppelung der Information” (insbesondere Informationen über Nutzer von social communities). Von einer “Verdoppelung des Wissens” könnte man nur dann sprechen, wenn es möglich wäre, die intellektuellen Kapazitäten menschlicher Gehirne messen zu können (was nach meiner Information bisher nicht funktioniert).

Die durch die Informations- und Kommunikationstechnologien bereitgestellten Daten und Informationen finden immer seltener Einzug in das Wissensnetzwerk des Einzelnen, sondern werden vielmehr externalisiert und sind potentiell verfügbar. Was allerdings diese scheinbare Omnipräsenz von Information im Netz bzw. auf diversen (mobilen) Endgeräten angeht, so bedeutet das Verfügbarmachen keinesfalls Gefundenwerden geschweige denn Wissen. Wir bestätigen zumeist eine der wichtigsten menschlichen Eigenschaften, die Faulheit, und beschaffen unsere Informationen nach dem Windhundprinzip: die erstbeste wird übernommen, weiteres Recherchieren bleibt eher eine Seltenheit.

Ich würde mich freuen, würde man statt von “Wissensgesellschaft” und “Verdoppelung des Wissens” öfter von “(Informations- und Kommunikations-) Technologiegesellschaft” und “Verdoppelung latenter Information” sprechen.

Verfasst von: interretiatus | Montag, 20. Juni 2011

Dropbox – Radius erweitern

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Wie im Heft 14/2011 der c’t (S. 139) erläutert, kann man den Radius der synchronisierten Dateien über Dropbox erweitern. Dass alle innerhalb des “normalen” ‘Dropbox’-Ordners befindlichen Dateien synchronisiert werden ist nur der Anfang. Sollte es der freie bzw. erworbene Onlinespeicher bei Dropbox hergeben, kann man mit dem Tool ‘Dropbox Folder Sync‘ weitere Verzeichnisse für die Synchronisierung vorsehen.

Es bleibt einem nur noch die Arbeit, den Überblick über die synchronisierten Ordner zu behalten, sonst ist das Speicherkontingent schnell erschöpft und man weiß nicht, welcher Ordner dafür verantwortlich ist :-)

Verfasst von: interretiatus | Freitag, 1. Oktober 2010

Passwörter mit Dropbox, KeePass und MyKeePass synchronisieren

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Es ist inzwischen etabliert, seine Passwörter über eine Datenbank mit einschlägiger Software auf dem heimischen Rechner zu verwalten. Eine solche Software ist KeePass Password Safe, die zudem auch noch Freeware ist.

Doch was macht man, um auf verschiedenen Rechnern die aktuelle Passwort-Datenbank zu nutzen?

Eine Lösung ist Dropbox.

Einfach die Passwortdatenbank statt auf der heimischen Festplatte in dem von Dropbox erzeugten Ordner ‘My Dropbox’ ablegen und schon hat man auf allen Rechnern, auf denen man Dropbox installiert hat, die gewünschte Datei in aktuellem Zustand.

Eine immer häufiger genutzte Geräteklasse ist die der mobilen Spielzeuge wie z.B. das iPad.

Um das iPad nicht nur zur sinnfreien Zeitverschwendung wie Filme schauen oder Spiele spielen zu nutzen, kann man es auch sehr gut als mobiles Arbeitsgerät “missbrauchen”. Doch während man arbeitet, stößt man ständig auf das Problem, dass man an Informationen herankommen möchte, die nur über die Eingabe von Passwörtern zugänglich sind. Wer nicht über ausgefeilte Mnemotechniken verfügt oder den leichtesten Weg des EINEN Passwortes gehen möchte, sondern eine vielzahl unüberschaubarer Passwörter sein Eigen nennt, die man sich unmöglich alle immer merken kann, ist mit KeePass Password Safe gut bedient.

Wie kommt aber nun die KeePass-Datenbank auf das iPad?

Die Lösung bietet das App MyKeePass (ab Vers. 1.1).

Nach der Installation des Apps auf dem iPad ist das Vorgehen wie folgt:

- Abspeichern der KeePass-Datenbank im Dropbox-Ordner Public

- Umbenennen der Datei, so dass niemand den Namen einfach erraten kann.

- Auf der My Dropbox-Seite den Public-Ordner auswählen und ganz rechts neben der kdb-Datei den URL Copy public link anschauen.

- Das App MyKeePass auf dem iPad starten

- auf das ‘+’-Zeichen tippen

- Download From WWW anwählen

- unter Name einen beliebigen Namen vergeben

- unter http address den Dropbox-URL eingeben

- den nun in der Liste der KeePass Files erscheinenden neuen Eintrag antippen und das Master-Passwort eingeben (den Rest … Server side authentification … einfach ignorieren) und auf OK tippen … voilà.

Eine weitere Anleitung findet sich hier.

Verfasst von: interretiatus | Freitag, 19. März 2010

Google startet Echtzeit-Suche

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Seit heute, 19.03.2010 präsentiert Google Ergebnisse in sog. Echtzeit.

Was heißt das?

Google bietet damit Suchmaschinentreffer an, die sozusagen druckfrisch über social communities gepostet wurden. Man erhält diese nahezu sekundenaktuellen Texte durch die normale Google-Suche, wobei man nach dem Erscheinen der Trefferliste zwischen dem Google-Suchfeld und den Treffern auf die Option ‘Optionen anzeigen’ gehen muss. Dort kann man dann im links erscheinenden Block auf ‘Neueste’ klicken und schon hat man die aktuellsten Treffer zum eingegebenen Suchbegriff.

Ein interessanter Nebeneffekt dieser Liste ist, dass sie sich selbstständig aktualisiert, so dass sie wie ein Newsticker funktioniert.

Zur “Echtzeit” …

Der Begriff ‘Echtzeit-Suche’ ist einer derjenigen Begriffe, die wir im Kontext des World Wide Webs (dessen Bezeichnung immer mehr ins Hintertreffen und ungenau durch Begriffe wie ‘Netz’, ‘Web’ oder ‘Internet’ ersetzt wird) nutzen, ohne sie wirklich zu hinterfragen. Was bitte soll an einer Zeit echt oder unecht sein? Dass es sich hierbei um eine Lehnübersetzung aus dem Englischen handelt, dürfte nicht weiter verwundern. Es widerstrebt mir allerdings von ‘Echtzeit’ zu sprechen, wenn doch eher die ‘Jetzt-Zeit’ gemeint ist. Also jener kurze, vergängliche Moment der Gegenwart, der just mit dem Wahrnehmen auch schon vergangen ist.

Mit dieser durch Google erneuten Reduzierung der ‘Bedenkzeit’ von Nachrichten oder Texten, die als solche missverstanden werden, ist der Informationsstrom wieder etwas schneller geworden. Nicht, dass es derlei Sekundenaktualität nicht schon früher (eben über Newsticker) gegeben hätte, jedoch ist die Präsentation über die Google-Website mit einer ganz neuen Präsenz verbunden, die kaum ein Newsticker zu leisten imstande wäre. Was bei Twitter schon für ein permanentes Informationsrauschen gesorgt hat, hält nun Einzug in die wesentlich häufiger verwendete Suchtechnologie und das Rauschen wird ein allgegenwärtiges Brummen.

Die Noosphäre von Pierre Teilhard de Chardin rückt immer näher …

Verfasst von: interretiatus | Freitag, 12. Februar 2010

Docupedia – not just another wiki project

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Die qualitative Unsicherheit der Wikipedia ist ebenso bekannt wie ihr beeindruckender Umfang. Für wissenschaftlich Interessierte und Wissenschaftler ist diese Quelle jedoch ähnlich verbindlich, wie den Freund oder die Freundin um Rat zu fragen … also eher eine Frage des Meinens als des Wissens.

Für den umfangreichen Bereich der Zeitgeschichte möchte das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam diese Lücke schließen und hat die Docupedia ins Leben gerufen. Wie es für wissenschaftliche Artikel angemessen ist, soll hier der Autor seine gewohnten (Print-) Rechte behalten und über Korrektur und Erweiterung selbst entscheiden. Natürlich gibt es hierfür bereits andere Vorlagen, die schon seit geraumer Zeit eine Alternative zur Wikipedia bieten wollen ,wie z.B. Scholarpedia oder Citizendium. Docupedia hat aber nicht den universellen Anspruch einer endlosen Wissenssammlung für die Menschheit, sondern soll einen klar definierten und wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Abriss des Forschungsgebiets ‘Zeitgeschichte’ bieten.

Gerade für Studierende im Grundstudium vieler geisteswissenschaftlicher Disziplinen ein interessanter Startpunkt für weitere Studien.

Verfasst von: interretiatus | Samstag, 6. Februar 2010

Videos schneiden und konvertieren

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Endlich hat die Suche nach einer einfachen, kostenlosen und auch noch guten Lösung für die Bearbeitung von Videodateien und die anschließende Konvertierung ein Ende.

Die Lösung zum Schneiden lautet: avidemux

Die Lösung zum Konvertieren lautet: Any Video Converter

Und dann gibt es noch Lightworks 2010, ein komplettes Videoschnittprogramm von Editshare, das 2011 Open Source werden soll (vgl. c’t 2011, Heft 2, S. 58f).

Verfasst von: interretiatus | Sonntag, 20. September 2009

Die erste Online-Community zum Abschalten

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Die ständig neu erscheinenden Online-Communities und stets ge-relaunched’n Mega-Communities lassen ab und zu … in einer selten gewordenen stillen Minute … die Frage aufkommen, weshalb wir uns eigentlich diesen Communities überhaupt anschließen sollten?! Ob eine Vernetzung überhaupt Nutzen mit sich bringt … oder man auf der Suche nach Nutzen wichtige Lebenszeit vergeudet … bleibt oft unbeantwortet.

Umso nützlicher ist eine vollkommen andere (wirklich!) Community AutistVZ … denn sie verbindet niemand mit niemandem … und lässt einem nach dem Einloggen endlich einmal die Zeit, die man sonst so fahrlässig vergeudet ;-)

Verfasst von: interretiatus | Freitag, 11. September 2009

Wo war ich schon überall?

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Wer sich einmal vor Augen führen möchte, welche Staaten man bisher besucht hat, kann dies mit

http://douweosinga.com/projects/visited

tun.


visited 20 states (8.88%)
Create your own visited map of The World or Best time to visit Japan

Verfasst von: interretiatus | Samstag, 13. Juni 2009

Bibliographieren online – Library 2.0 [UPDATE, 08.10.2010]

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Das Anlegen gut sortierter Literaturdatenbanken ist ein aufwändiges Geschäft, das beizeiten mehr Zeit verschlingt als das Lesen der Literatur selbst. Seit Beginn der Personal-Computer-Ära haben Studierende und Wissenschaftler ihre eigenen kleinen, aber feinen Literatursammlungen ihren C64ern, Schneider CPCs, Sinclairs und Ataris mit Datenbanksystemen wie dBase einverleibt. Doch neue Hardware brachte neue Software mit sich bzw. neue Software bedingte die Anschaffung neuer Hardware und so wurden mehr oder minder aufwändige Datenexporte notwendig, die mühsam programmierte Makros nutzlos haben werden lassen.

Nachdem man bei solchen Wechseln Daten oder Funktionen verloren hatte, stellte sich oft die Frage, ob man weiterhin diesen wohl nie endenden Aufwand betreiben und sich software- und programmiertechnisch immer auf dem neuesten Stand halten möchte und damit Zeit und Energie aus anderen Bereichen umleiten müsste oder ob man abwartet und beobachtet, auf welchen ‘Technologiezug’ man aufspringen könnte, der einem die gewünschten Funktionen und gleichzeitig eine nachhaltige Arbeitsersparnis ermöglicht.

Nun hat das Warten ein Ende!

Dank der Bemühungen innerhalb kollaborativer Plattformen und der damit einhergehenden Wiki-Communities und dem inzwischen auch von allen großen IuK-Unternehmen aufgeschnappten web 2.0-Technologien ist es endlich wieder an der Zeit, die wissenschaftlichen Bibliographien in den Fokus zu nehmen. Und dabei kann dank OpenSource auf kostenpflichtige Tools verzichtet werden.

Wir haben alle notwendigen Voraussetzungen für eine gut funktionierende, global vernetzte Literaturdatenbank, die sich mit privaten Notizen und Dateien/ Medien aller Art verknüpfen lassen.

Noch gibt es unterschiedliche Ansätze, die einerseits einen reinen Offline-Arbeitsplatz unterstützen oder andererseits eine rein online zugängliche Plattform präferieren. Es werden aber allmählich Standards deutlich und Schnittstellen zwischen den vorhandenen Lösungen geschaffen, so dass jetzt der Zeitpunkt für einen Einstieg in die Materie gekommen ist. Nicht nur der reine Eigennutz sollte hier eine Motivation darstellen, sondern ebenfalls die Beteiligung aller wissenschaftlichen Disziplinen, damit das breite Spektrum aller Literaturnutzungsszenarien abgebildet werden kann. Nichts wäre schädlicher als die Dominanz einer Scientific Community und deren etabliertes Bibliographie-System. Auch wäre es natürlich wenig sinnvoll, den Freizeit-Aktivisten das Feld zu überlassen, deren Bedürfnisse in den wenigsten Fällen den Ansprüchen wissenschaftlichen Arbeitens genügt.

Was ist also zu tun? Social Community Building muss mit Literaturdatenbanken vernetzt werden, so dass sowohl die Energie der Nutzerinnen und Nutzer kanalisiert werden kann als auch die klar strukturierte Erfahrung der Bibliothekarinnen und Bibliothekaren integriert wird.

Eines der hier zutreffenden Buzzwords heißt Library 2.0. Hierunter verbergen sich Standards, Software und Plattformen, die sowohl unterschiedliche Ziele verfolgen als auch deutliche Überschneidungen aufweisen. Hier sollen nun kurz wenige Beispiele genannt werden, die für eine neue Ära des Bibliographierens vielversprechende Kandidaten darstellen:

BibSonomybibsonomy

Die von der ‘Knowledge and Data Engineering’-Group der Universität Kassel entwickelte Plattform avancierte in den vergangenen Wochen zu meinem persönlichen Favoriten. Da sich das Netz an vielen Ecken quantensprungartig weiterentwickelt, vermag ich nicht zu sagen, wie lange meine Überzeugung anhalten wird … doch ich bin bei BibSonomy äußerst zuversichtlich :-)

Hier die Gründe für meine überzeugte Wahl:

  • die zukunftsweisende Verwendung des BibTeX-Standards,
  • die sehr gelungene und gerade neu gestaltete Darstellung der eigenen Publikationssammlung,
  • die parallele Darstellung der eigenen Lesezeichensammlung,
  • die ‘frische’ Öffnung einiger ‘Source Code’-Bestandteile per Lizenzierung unter GPL und LGPL,
  • die Schnittstellen zu vielen Bibliotheken (worunter auch die Universitätsbibliothek Karlsruhe zählt),
  • die Möglichkeit, private PDF- und PS-Dateien zu den jeweiligen bibliographischen Einträgen anzubringen (Upload-Limit: 50MB pro Datei),
  • die Etablierung von Gruppen, zur gemeinsamen Nutzung von Bibliographien (inkl. der soeben erwähnten Dateien),
  • die Darstellung der Beziehungen von ‘tags’ und damit der klärenden semantischen Einordnung von bibliographischen Einträgen,
  • und nicht zuletzt der freundliche und schnelle Support der beteiligten Entwickler.

CiteUlikeCiteUlike

Eine hervorragende Plattform zum wissenschaftlichen Bibliographieren. Sowohl das BibTeX- als auch das RIS-Format werden unterstützt, die unabdingbare Faktoren für nachhaltig ausgerichtete Import- und Export-Aktivitäten darstellen. Öffentliche und private Kommentare ermöglichen individuelle Annotationen. Die Verknüpfung zu dezentral gespeicherten PDFs stellt eine wichtige Ergänzung der bibliographischen Daten dar. Die Einbindung der Social Community spielt hierbei eine nicht so herausragende Rolle, da die Pflege der eigenen Datensätze einem selbst überlassen bleibt.

LibraryThingLibraryThing

Diese Plattform hat es sich zum Ziel gesetzt, die privaten Bibliotheken ihrer Nutzer zu digitalisieren und gemeinsam zur Kenntnis zu geben. Ein eher freizeitorientiertes Bibliographieren, das aber auch für die Vernetzung von wissenschaftlicher Literatur genutzt werden kann. Insbesondere das Tagging und das Integrieren bibliographischer Daten aus Online-Katalogen ist bei der Pflege des eigenen virtuellen Bücherregals sehr hilfreich. Das Bibliographieren von einzelnen Artikeln ist hierbei allerdings nicht vorgesehen und spart damit einen großen Teil der wissenschaftlichen Nutzbarmachung aus.

 

Mendeley

Der Anbieter Mendeley Ltd. hat gezielt die scientific communities im Fokus. Wissenschaftler aller Fachbereiche können hier ihre bibliographischen Daten und Papers sammeln sowie diese Kollegen zur Verfügung stellen. Der Großteil der Veröffentlichungen ist natürlich in englischer Sprache verfasst, kann aber insbesondere für Naturwissenschaftler ein wahres Füllhorn an aktuellen Informationen bieten. Da das Limit bei der Kostenlos-Version (Earth Free) auf 1 GB (500 MB eigener und 500 MB geteilter Speicherplatz), ist auch dieses kostenlose Angebot nur bis zu einer gewissen ‘Bücherregal’-Größe sinnvoll nutzbar.

ZoteroZotero

Eigentlich eine für den privaten Arbeitsplatz entwickelte Software, die als Erweiterung des Firefox-Browsers genutzt werden muss. Zwar stellt diese Beschränkung eine Einengung der Entwicklung dar, doch ist Zotero ein sehr komfortables Offline-Bibliographie-Tool. Die Affinität zu Online-Plattformen wie CiteUlike und Librarything hat Zotero jüngst unter Beweis gestellt, da die bibliographischen Daten beider Plattformen auf einfachem Weg in Zotero integriert und den jeweiligen Datenfeldern (fast fehlerfrei) zugeordnet werden können.

Vor allem das Sammeln und Ordnen aller Medien des wissenschaftlichen Recherchierens und Bibliographierens sind hier integriert. Sowohl Offline-Dateien des eigenen Computers, wie auch URLs oder Schnappschüsse ganzer Webseiten stehen mit der individuellen Annotation in Verbindung.

Einen schnellen Einstieg erhält man über den englischen QuickStartGuide oder die deutsche Variante.

Die WebDAV-Schnittstelle ist inzwischen einwandfrei nutzbar, so dass man, einen entsprechenden

box.net

box.net

Speicherplatz vorausgesetzt, seine Zotero-Bibliothek zentral synchron halten kann. Einige Anbieter wie box.net bieten über WebDAV 1 GB freien Speicherplatz an. Das üppigste

MyDrive

MyDrive

Angebot derzeit (Oktober 2010) hat mydrive.ch: 2 GB kostenloser Speicherplatz. myDrive limitiert allerdings die Zahl der Dateien in einem Ordner auf 1000. Da diese Grenze schon bei einigen gespeicherten Webseiten bald erreicht ist, ist auch diese Option nicht uneingeschränkt nutzbar.

Erst beim Kauf von zusätzlichem Speicherplatz (z.B. bei myDrive Pro) wird diese Grenze auf 2000 erhöht … eine Zwischenlösung also.

Egal, für welche Lösung man sich entscheidet oder welche die nächsten Jahre überdauern wird, folgende Faktoren müssen berücksichtigt werden:

  • Online- und Offline-Varianten müssen möglich sein;
  • soziale Komponenten müssen integriert werden;
  • Standards für Import- und Export müssen anwenderfreundlich realisiert sein;
  • alle zum Recherchieren/ Bibliographieren genutzte Quellen und Medien müssen integrierbar sein;
  • große Bibliotheken und Kataloge müssen über Schnittstellen angeschlossen sein.

Die Diskussion ist natürlich noch lange nicht zu einem allgemein zufriedenstellenden Ende gekommen, aber wer sichbrightbyte daran beteiligen möchte, hat z.B. bei brightbyte die Möglichkeit dazu.

Weitere Online-Varianten zum Bibliographieren sind:

Weitere z.T. kostenpflichtige Offline-Varianten zum Bibliographieren sind:

Verfasst von: interretiatus | Freitag, 5. Juni 2009

Netz-Kritik geistert durch die Presse

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Martin Weigert hat einen interessanten Artikel zur aktuellen Netzkritik bei netzwertig.com publiziert und trifft mit der Aussage, dass die Kritik emotional motiviert ist, einen wahren Kern.

Hier Auszüge aus dem Artikel:

clipped from netzwertig.com

Die Anfeindungen zwischen Netz-Kritikern und Web-Enthusiasten erreichen neue Höhepunkte. Warum scheint die Debatte in Deutschland größere Ausmaße anzunehmen als zum Beispiel in den USA?

In Deutschland aber bangt gerade eine ganze Reihe von bisher mit Ansehen und Einfluss ausgestatteten Personen darum, ihre Legitimierung als Bildungselite zu verlieren. Das Ergebnis ist ein Kampf zwischen früheren und zukünftigen Machthabern. Gerne würde ich auf solche Kriegsrhetorik verzichten, doch die für offene, global denkende und zukunftsorientierte Menschen vollkommen unverständlichen, permanenten Querschüsse einiger Vertreter der beschriebenen Gruppen lassen einem keine andere Wahl […].
Dabei braucht es eigentlich nicht viel, um diesen Kampf zu entschärfen: Ein wenig mehr Offenheit, ein wenig mehr Verständnis und ein klarer Blick nach vorne statt nach hinten. Das wünsche ich mir von all denen, die sich momentan auf Kriegsfuß mit dem Internet befinden.
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